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Digitale Transformation – wie geht das?

Digitalisierung findet statt. Und wir sind mittendrin. Ein untrügliches Zeichen für den digitalen Mensch ist sein Smartphone. Ich persönlich kenne nur noch sehr wenig Menschen, die kein Handy mit Internetzugang haben. Und Sie?

Wie tief die Digitalisierung unser Leben verändert, sieht man sehr gut am Beispiel der Heizungsbauer. Hier die Wikipedia-Definition des Berufsbildes:

Ein Heizungsbauer hat die Aufgabe, Heizungs- sowie Lüftungsanlagen in Gebäuden zu montieren und zu warten. Die korrekte Berufsbezeichnung lautete in Deutschland Zentralheizungs- und Lüftungsbauer. Nach dem Berufsbild wird nicht mehr ausgebildet, es ist im Berufsbild des Anlagenmechanikers für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik aufgegangen.

Nutzer-Erlebnis mit Handwerkern: lange Wartezeiten und teuer

Ich kenne mehrere Heizungsbauer in meiner Nachbarschaft und auch ein entfernter Verwandter von mir aus Polen ist des Heizungsbaus mächtig. Allen gemeinsam ist, dass es teuer wird, wenn man sie braucht. Und wenn nicht wirklich der halbe Keller schwimmt oder die Heizung bei Minus 40°C ausfällt, dann dauert es schon mal, bis man einen Termin bekommt.

Im Grunde stört mich das aber nicht. Ich habe keine zwei linken Hände und kann mir zur Not ganz gut selber helfen. Viele andere aber sind auf den Heizungs-Installateur angewiesen. Die bekommen schon Pickel, wenn Sie nur daran denken, ihn anrufen zu müssen.

Start-Up mischt den Markt auf

Diese Situation nutzt ein relativ junges Unternehmen für sich aus und ist gerade dabei, den Heizungsbauer-Markt aufzumischen: Thermondo. Als Start-Up gegründet, hat das Berliner Unternehmen nach eigener Aussage 2014 die meisten Gas- und Ölheizungen in Eigenheimen verbaut. E.ON hat in Thermondo investiert und seit Mitte des Jahres sind auch Holtzbrinck Ventures und Rocket Internet mit insgesamt sechs Mio Euro zusätzlichem Kapital eingestiegen.

Über die Websuche direkt zum Angebot

Wenn ich etwas zu einem Thema wissen will, dann frag ich Google (oder Bing oder DuckDuck). Ich bin 46 Jahre. Mein Vater ist 76 und auch er sucht Antworten bei Google. Probieren Sie es mal selbst: Geben Sie „Heizung“ ein und Varianten davon, etwa „neue Heizung“ oder „Heizung wechseln“.

Das Ergebnis aus Thermondo-Sicht ist sehr gut: Der Nutzer sieht auf Seite eins ganz oben eine Thermondo-Anzeige (bezahltes Google-Ranking), im organischen Bereich findet er das Unternehmen als zweiten Eintrag (verdientes Google-Ranking). Der Sprung von der anlassbezogenen Websuche zur Homepage gelingt also ganz einfach.

Aha-Erlebnis auf der Website

Ist man dort gelandet, geht es nahtlos weiter mit einem „Aha“-Erlebnis: Ein „Angebot in 5 Minuten“ verspricht Thermondo. Zum Festpreis. Inklusive Finanzierungsmöglichkeiten. Und mit Fördergeldern macht man mir zusätzlich die Zähne lang. Das spricht mich an.

Und was ist jetzt dabei das „digitale“? Hol die Menschen dort ab, wo sie sind!

„Was ist #Digitalisierung? Hol die Menschen dort ab, wo sie sind!“

  • Neu: Ansprache über Suchmaschine. Die Inhalte sind fürs Netz aufbereitet. Und sofort da. Digital hier heißt Internet und liefert dem Interessenten alle Infos sofort und kompetent. Und die „Tiefe“ der Information bestimme ich selbst. Die Texte sind entsprechend professionell aufgebaut. Aber auch andere Kanäle kommen nicht zu kurz: Bastler finden auf YouTube sofort etwas.
  • Konventionelles Handwerk: Klar kann man sich qualitativ vor Ort beraten lassen. Aber das geht nicht jetzt und nicht schnell. Die meisten Handwerker haben keine oder nur eine miserable Präsenz im Netz.

Digitalisierung bedeutet Fokussierung

  • Neu: Thermondo macht eine Sache: Heizungen. Und auch hier nur Gas- und Ölheizungen optional kombiniert mit Solarthermie zur Warmwasserbereitung. Aber dafür hat man alle oder viele Hersteller im Portfolio. Das deckt den Löwenanteil der Installationen ab. Nischen lässt man anderen. Noch. Digitalisierung heißt, dass man genau ein Thema beackert, aber dieses besser und schneller als alle anderen. Wenn man das dann beherrscht und gewinnbringend vermarktet hat, erst dann widmet man sich anderen „Produkten“.
  • Konventionelles Handwerk: Unter dem Oberbegriff „Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik“ wird alles gemacht, von der Badrenovierung bis zur Luftentfeuchtung im Keller. Und nebenbei verkauft man noch Elektrogeräte. Das führt zu einer gewissen Beliebigkeit. Meist hat man nur einen Hersteller, dessen Geräte man verkauft, weil bei den zehn Heizungen, die man pro Jahr einbaut, wäre mehr Auswahl viel zu kompliziert.

„#Digitalisierung heißt, dass man genau ein Thema beackert, aber dieses besser und schneller als alle anderen“

Digitalisierung ist prozessgetrieben

  • Neu: Heizungstausch ist ein Prozess, Heizungseinbau ist ein Teilprozess. Dieses Schritt-für-Schritt Denken, das ist digital. Thermondo hat den Prozess bis ins kleinste Detail durchdacht, automatisiert und alle Engpässe optimiert. Vieles ist in Software gegossen, zeitraubende Arbeitsschritte sind unter Einbeziehung des Kunden intelligent und effizient gelöst. Aber auch die „sichtbaren“ Abläufe sind professionell gelöst. Wohl als Werbung für neue Mitarbeiter ist dieses Video gedacht, das sehr schön die Liebe zum Detail zeigt:
Video poster Wie lange dauert die Installation einer neuen Heizung mit Thermondo?
  • Konventionelles Handwerk: Jeder Kunde ist ein Individuum. Und jeder Handwerker auch. Durch Software unterstützte Abläufe und aktive Mitarbeit seitens des Kunden sind eher unüblich. Die Kunden sind froh, wenn sich der Schmutz im Haus in Grenzen hält.

Die digitale Transformation der Heizungsbauer-Branche

Ich bin mir recht sicher, in ein paar Jahren tragen die Heizungsbauer in meiner Nachbarschaft alle schwarze T-Shirts mit dem Thermondo-Logo. Oder sie haben sich auf Badrenovierungen spezialisiert.

Und das war sie dann, die digitale Transformation der Heizungsbauer-Branche.

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