Wie Pokémon Go die Werbung verändert | trurnit Blog

Wie Pokémon Go die Werbung verändert

Pokémon Go, der jüngste Digital-Hype aus der Nintendo-Schmiede, schlägt alle Rekorde. Seit dem Deutschland-Launch am 13. Juli kletterte die App aus der US-Entwicklerschmiede Niantic Labs innerhalb kürzester Zeit auf Platz 1 in den App-Stores von Apple und Google und avancierte in den USA bereits zur umsatzstärksten App aller Zeiten.

Der Hype hat sogar die Politik erreicht, wie ein Post vom Landtagsabgeordneten der SPD, Andreas Schmidt, zeigt:

Facebook Post von Dr. Andreas Schmidt

Pokémon bricht alle Rekorde

Die App liefert nicht nur spektakuläre Zahlen hinsichtlich Downloads und Umsatz, sondern setzte auch im Bereich Verweildauer eine völlig neue Benchmark. Pokémon Go User verbringen mit 43 Minuten täglich mehr Zeit mit der Pokémonjagd als auf WhatsApp, Instagram, Snapchat oder im Facebook Messenger. Bis dato konnten soziale Netzwerke 80% der mobilen Smartphone Nutzung für sich verbuchen – dann kam Pokémon Go.

Was ist Pokémon Go?

Beim Spiel verschmelzen Realität und Fantasie in schönster Art und Weise: Mit dem Smartphone in der Hand macht sich der Jäger auf die Suche nach den überall in der Welt verstreuten Pokémon. Damit das funktioniert, greift die App auf Google Maps und die Smartphone-Kamera zu.

„Mit „Sponsored Locations“ können sich bald auch Marken bei Pokémon Go ins Spiel bringen“

Es geht es aber nicht nur darum, die Minimonster zu fangen. An Pokéstops können Items gesammelt und die Monster in Arenen fit für den Kampf gegen andere Spieler gemacht werden. Je nach Aufenthaltsort können unterschiedliche Pokémon gefangen und mit einem gezielten Wurf zur Strecke gebracht werden. So kann man Wasser-Pokémon am besten in der Nähe eines Flusses oder am See suchen. Netter Nebeneffekt: Viel Bewegung an der frischen Luft!

Das Pokémon-Werbepotenzial und wo die Reise hingehen könnte

Das US-Wirtschaftsmagazin „Forbes“ erklärt bereits ganz konkret, wie Ladenbesitzer vom Hype profitieren können: „Weisen Sie sie nicht zurück, locken Sie sie an“. Unternehmer sollen sich eine versteckte Werbemöglichkeit zunutze machen. Durch In-App-Käufe können Spieler Köder auf die Karte setzen, die Monster für 30 Minuten anlocken. Wenn Geschäfte das machen, könnte die „Pokémon“-Ansammlung in ihrer Nähe auch potenzielle Kunden anziehen. 100 Lockmittel sind aktuell im günstigsten Fall für rund 68 Dollar (61 Euro) zu haben.

Pokémon Go setzt auf Sponsored Locations in Sachen In-App Marketing

Der Chef des Co-Entwicklers Niantic Labs, John Hanke, hat jüngst gegenüber der „Financial Times“ bestätigt, dass in der Zukunft auch „Sponsored Locations“ geben wird, also Orte auf der im Spiel integrierten Landkarte, an denen Unternehmen Werbung oder andere Inhalte einblenden lassen können. So wird es für Geschäfte auch ganz offiziell die Möglichkeit geben, in dem Spiel mit gesponserten Punkten aufzutauchen.

Doch Sponsored Locations sind lediglich ein erstes Zeichen zur Öffnung der App für Brands. Auch Product Placement wäre eine denkbare interessante Erweiterung. Neben den Sponsored-Optionen bietet die App auch kostenlose Möglichkeiten, wie die Guerilla-Aktion von „Die Limo“ in Mainz zeigt.

„Product Placement und Guerilla-Marketing – es steckt noch viel Werbepotenzial in Pokémon Go“

Pokémon versus Verbraucherschutz

Doch Verbraucherschützer warnen: Ist Werbung als solche nicht gekennzeichnet, könnten Kunden getäuscht werden, erklärt Florian Glatzner vom Verbraucherzentrale-Bundesverband. Würden keine personenbezogenen Daten von Verbrauchern gesammelt, sei eine solche Praxis zumindest beim Datenschutz eher unkritisch.

Dies sei aber nicht immer zu durchschauen: „Bei vielen Programmen hat der Nutzer kaum eine Chance zu sehen, welche Berechtigungen er freigibt und welche Daten fließen.“ Übrigens: An einer Außenstelle der Berliner Verbraucherzentrale ist ebenfalls eine Kampfarena. Die Mitarbeiter wussten davon nichts.

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