Mitarbeitende als Markenbotschafter – und zum Glück ist endlich Weihnachten vorbei | trurnit Blog

Mitarbeitende als Markenbotschafter – und zum Glück ist endlich Weihnachten vorbei

Mitarbeiter als Markenbotschafter

Kaum noch ein Unternehmen, das nicht irgendwo in der Kommunikation auf die eigenen Mitarbeiter als Testimonials setzt. Vor allem in der gerade zurückliegenden Weihnachtszeit sind alle Social Media Kanäle überfüllt mit lustigen und weniger lustigen Bildern und Videos von feiernden und ach so gut gelaunten Mitarbeitern auf den schönsten Weihnachtsfeiern seit jeher.

Aber auch über das Jahr verteilt blicken immer mal wieder Mitarbeiter von Plakatwänden und aus Magazinen auf die sich wundernden Kunden. Sie sollen Nähe und Sympathie vermitteln. Vor allem bei lokalen Unternehmen und Stadtwerken eine beliebte Kampagnen-„Idee“.

Mitarbeitende als Markenbotschafter – wirklich eine gute Idee?

Markenführung in Zeiten der digitalen Kommunikations- und Beteiligungsmöglichkeiten ist ja schon kompliziert genug. Aber macht es das Thema wirklich einfacher, wenn wir versuchen, jetzt auch noch die Mitarbeiter dafür zu gewinnen und einzuspannen?

Auf der anderen Seite, jeder Mitarbeiter ist immer auch Botschafter, denn man kann nicht nicht kommunizieren, wie schon Paul Watzlawick formulierte. Aber sind die Botschaften auch die, die Sie gerne im Markt und bei Ihren Kunden sehen möchten? Wie viel Prozent Ihrer Mitarbeiter sollten überhaupt aktiv zum Botschafter werden und bei welchen sind Sie ganz froh, wenn die im Verborgenen bleiben und einfach nur den Job machen, für den sie bezahlt werden? Gemäß der seit vielen Jahren etablierten Studie des Gallup Instituts sind am Ende sowieso nur 15 bis 20 Prozent der Mitarbeiter für ihren Arbeitgeber engagiert. Der Rest macht Dienst nach Vorschrift oder steckt mitten drin in der innerlichen Kündigung.

Ob Kommunikation erfolgreich ist oder nicht entscheiden die Empfänger. Eine einfache Erfolgskontrolle vor Ort bestünde darin, den Menschen zuzuhören. Diese Aufgabe können Mitarbeiterbotschafter wunderbar übernehmen. #trurnitBlog @trurnitGruppe http://trurn.it/swvV

Influencer als letzter Rettungsanker

Was für die aktive Einbindung der Mitarbeiter in den Kommunikationsmix spricht, ist das kontinuierlich sinkende vertikale Vertrauen der Menschen in Institutionen und Rollen. Schauen Sie mal rein in den Edelman Trust Barometer. Für alle Geschäftsführer und Vorstände mit dem Anspruch auf eine Führungsrolle nicht zu empfehlen, denn sie stehen ganz weit unten im Vertrauensranking. Mit dem abnehmenden vertikalen Vertrauen steigt das horizontale Vertrauen in Menschen „wie du und ich“ und in die vermeintlichen Experten. Daher auch der Boom der Influencer als passende neue Vertrauenspersonen und die weiter hohe Relevanz von Bewertungen im Netz – auch wenn wir alle inzwischen wissen, dass Bewertungen nicht immer ganz der Wahrheit entsprechen und wie alles im 21. Jahrhundert unter dem Verdacht der „Fake News“ stehen. Aber am Ende ist alles besser als die Botschaften der Profis aus den Marketing- und Kommunikationsabteilungen der Unternehmen, denen keiner mehr traut.

Alternative Ideen zu dem miesen System?

Wie wäre es denn, wenn wir den Autoren des Cluetrain Manifests von vor über 10 Jahren zuhörten und sie ernst nähmen? „Märkte sind Gespräche“, heißt es dort. Wäre es also nicht viel spannender, wenn wir die zweite Aufgabe von Botschaftern, nämlich das Zuhören und Verstehen, wichtiger nähmen als das ständige Sendungsbedürfnis?

Ob Kommunikation Erfolg hat oder nicht, entscheidet nämlich der Empfänger, nicht der Absender. Und diese Erfolgskontrolle am Standort könnten gute Mitarbeiterbotschafter wunderbar übernehmen und wertvolle Impulse für Veränderungen im Unternehmen geben.

Lohnt sich aber nur, wenn ihnen dann dort jemand zuhört. In diesem Sinne. Auf ein wundervolles kommunikatives Jahr 2020!

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