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TRURNIT BLOG

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Künstliche Intelligenz: Hauptsache schlauer!

Von Hans-Klaus Braunsperger / / Digitalisierung / Kommunikation /
Mann mit Brille und Nullern und Einsern

In Sachen Künstliche Intelligenz (KI) häufen sich in letzter Zeit beunruhigende Nachrichten. Verstörend ist das deshalb, weil die Wortmeldungen gerade von den Größen kommen, die in diesem Metier am aktivsten sind. Muss man sich Sorgen machen?

Es sind ungewohnte Töne aus dem Silicon Valley - vor allem im Vergleich zu den Jubelfeiern, mit denen man dort jede Neuerung als heilbringende Menschheitsbeglückung zelebriert. Tesla-Chef Elon Musk warnte eindringlich vor dem Einsatz von KI . Genau, der Musk, der nicht nur Elektroautos baut, sondern auch an selbstfahrenden Autos und Menschentransporten im All arbeitet und dazu stark auf KI setzt! KI bringe nichts Gutes und sei die "größte Bedrohung, der wir als Zivilisation gegenüberstehen", meinte er. Die Staaten sollten umgehend proaktiv regulieren.

Zuckerberg vs. Musk: Die "Fluch-und-Segen-Diskussion" über #KI hat einen ernsten Hintergrund.

Alarmismus versus Glücksversprechen

Wenn sich ein Unternehmer - und noch dazu einer von den jungen, disruptiven - für Regulierung ausspricht, sollten alle Alarmglocken schrillen! Das passiert aber nicht. Facebook-Chef Mark Zuckerberg zum Beispiel winkte umgehend ab. Die Warnung sei reine Panikmache, verkündete er und ergänzte im bekannten Weltverbesserungsmodus, dass, wer gegen KI argumentiere, auch gegen sicherere Autos und bessere Diagnosen für Kranke argumentiere. Und das könne man nicht guten Gewissens tun. Musk konterte, Zuckerbergs Verständnis von KI sei wohl eher begrenzt.

Was ist künstliche Intelligenz?

Was wie eine kleine Kabbelei zweier Firmenchefs daherkommt, hat seine ernste Seite: Nach der Lehrmeinung geht es bei KI darum, einen Computer so zu programmieren, dass er ein intelligentes Verhalten simuliert, also eigenständig Aufgaben löst, die bei Menschen Intelligenz erfordern würden. Das hört sich gut an, hat aber zwei Haken: Erstens gibt es keine allgemeingültige Definition für menschliche Intelligenz. Es gibt nur IQ-Tests, die quasi mechanisches Denken abrufen. Und die Ergebnisse dieser Intelligenztests beweisen nur, dass sich jemand diese einseitige Beanspruchung seines Verstandes eingeübt hat. Hoffentlich ohne bleibende Schäden!

Emotionale Intelligenz? Fehlanzeige!

Das zweite, grundsätzlichere Problem: Es ist gar nicht so ratsam, dass Computer menschliches Verhalten simulieren. Denn viel von dem, was nach menschlichem Nachdenken herauskam, ist purer Unfug und brachte enormes Unheil über die Welt! Ausgerechnet der Homo sapiens lässt oft etwas vermissen, was höhere Wesen auszeichnet: soziale beziehungsweise emotionale Intelligenz.

Grenzen der KI

Fakt ist: Bei KI "denkt" der Computer nicht, er beschreitet lediglich Entscheidungswege, die ihm vom Programmierer zuvor als Optionen eingegeben wurden. Und das "Lernen" ist auch nicht mehr, als über die dauernde Wiederholung und trotz neuer Hürden den richtigen aus den vorgegebenen Wegen auszuwählen und korrekte Ergebnisse zu liefern. Laut Wikipedia besteht ein Algorithmus aus "endlich vielen, wohl definierten Einzelschritten" und der Computer reproduziert im Idealfall im Wesentlichen die Logik des Programmierers, vermittelt über eine Maschinensprache - nicht mehr und nicht weniger! Und das macht er ohne Verständnis oder gar Klugheit!

#KI kann Menschen in vielen Bereichen bei Routineaufgaben unterstützen. Mehr aber auch nicht.

Zuarbeit bei Routineaufgaben

Natürlich wird KI immer wichtiger! Auf absehbare Zeit aber geht es dabei nur um Zuarbeit: Computer können die Menschen in vielen Bereichen bei Routineaufgaben unterstützen, zum Beispiel Massendaten besser erfassen und analysieren. Ansonsten kommt es - wie bei allen Innovationen - darauf an, was man daraus macht. Sollte mit intelligent gemeint sein, dass ein Prozess einfacher, also mit weniger Aufwand, praktischer, klarer und zielführender abläuft, dann gilt: Egal ob künstlich oder natürlich, Hauptsache intelligenter!

Fragen Sie Ihren Systemadministrator!

Fazit: Wer Computer menschlich machen will, hat eher ein Problem mit menschlichem Denken als mit außer Kontrolle geratenen Computern. Das Problem sitzt nämlich fast immer vor dem Computer. Fragen Sie Ihren Systemadministrator, er wird das bestätigen!