Künstliche Intelligenz verändert die Redaktionsarbeit – auch in spezialisierten Agenturen, die für die Energiebranche arbeiten. So wie wir, trurnit. Doch was bedeutet das konkret für Teams, die komplexe Energiethemen fundiert und verständlich aufbereiten? Unser knapp 40-köpfiges Team aus fest angestellten Redakteur:innen, die meisten davon mit journalistischem Background, verteilt auf Büros in München, Stuttgart, Frankfurt, Dortmund, Leipzig und Hamburg, hat sich dieser Frage gestellt. Moderiert von mir als Textchef der Redaktion, führten wir dazu einen zweitägigen Workshop durch: „Recherchieren und schreiben mit KI“.
Zentrale Erkenntnis: Wir haben keine Angst vor KI, im Gegenteil. Gut ausgebildete Redakteur:innen sind jetzt nötiger denn je. Denn KI liefert keine fertigen, fehlerfreien Inhalte. Sie bietet eine solide Basis – diese muss von Menschen ergänzt, überarbeitet, geprüft und in Form gebracht werden.
KI im Takt der Redaktion: Schnell, smart, substanziell
Mit der Antwort der KI fängt die Arbeit erst richtig an. Unsere Redakteur:innen setzen Schwerpunkte, ordnen ein, kuratieren KI-Inhalte und stellen lokale Bezüge her – mit Zitaten von Mitarbeitenden, Best-Practice-Beispielen, regionalen Angeboten. Gemeinsam mit dem Layout kreieren sie originelle Darstellungsformen, die Interesse und Emotionen wecken und das Kommunikationsziel klar transportieren.
Wir filtern die Essenz von Texten heraus, werfen Wort- und Satzballast ab, prüfen Inhalte auf Richtig- und Vollständigkeit. Denn genau wie Menschen machen auch KI-Modelle mitunter Fehler: Sie verwechseln Einheiten oder bringen technische Begriffe durcheinander. KI-Inhalte werden von uns daher penibel gegengecheckt und im Zweifel Expert:innen zur Freigabe hinzugezogen.
Auch bei aktuellen, lokalen oder speziellen Daten stößt KI an Grenzen. Regionale Netzausbaupläne und kommunale Gesetze sind oft noch nicht veröffentlicht und damit auch nicht in den Trainingsdaten der KI enthalten. Die Folge: Sie kennt sich damit nicht gut aus, bleibt vage oder greift auf veraltete Daten zurück.
Hier braucht es die Expertise der Redaktion: Unsere Textprofis erweitern das Basiswissen der KI um eigene Recherchen, zapfen kostenpflichtige Archive und Datenbanken an oder sprechen mit Expert:innen.
Co-Intelligenz: So arbeiten wir mit KI zusammen
Stellen Sie sich das Zusammenspiel von künstlicher und natürlicher Intelligenz wie ein Orchester vor: Dutzende von Musiker:innen und Instrumenten, jedes mit eigener Stimme. Von einem Moment auf den anderen können sie einen Konzertsaal mit Klang füllen. Doch ohne einen Dirigenten, der das Kollektiv mit Erfahrung, Feingefühl und Intuition lenkt, bleibt ihr Spiel chaotisch. Erst wenn Orchester und Dirigent harmonisch zusammenwirken, entsteht Musik, die uns berührt.
Co-Intelligenz vereint natürliche und künstliche Intelligenz. Sie verbindet Sprachgefühl, Wissen, Erfahrung und Sorgfalt der Redakteur:innen mit dem Tempo und den Informationen künstlicher Intelligenz. KI-Sprachmodelle analysieren riesige Datenmengen in Sekundenschnelle, fassen Inhalte zusammen, kürzen Texte oder schlagen Ideen für Themen vor.
Doch ohne präzise Anweisungen („Prompting“) bleibt KI oft an der Oberfläche. Erst durch journalistische Erfahrung, Kreativität und den kritischen Blick der Redaktion entstehen hochwertige, stimmige und authentische Inhalte. KI ist kein Ersatz für redaktionelles Know-how, sondern ein Werkzeug, das uns unterstützt und inspiriert.
Copy, check, create: Was KI bei uns kann – und was nicht
Recherche: Wenn’s flott gehen soll, ist die KI oft unser erster Anlaufpunkt. Sie durchkämmt das Netz blitzschnell, bringt Ordnung in die Informationsflut und liefert kompakte Zusammenfassungen – oft präziser und effizienter als die klassische Online-Recherche.
Zahlen zum KI-Einsatz
80 % der deutschen Nutzer:innen von KI sind überzeugt, dass die Technologie ihre Bedürfnisse versteht. Aber nur 27 % kontrollieren die KI-generierten Texte oder Bilder. Und lediglich 15 % bearbeiten sie nach.
Textarbeit: Ob kürzen, umschreiben, glätten oder strukturieren – hier ist KI ein nützliches Werkzeug. Sie liefert erste Textentwürfe für Meldungen, Berichte oder Ratgeber, die wir dann mit journalistischem Feinschliff ergänzen und überarbeiten. Besonders bei standardisierten Formaten spart das Zeit. Klar ist aber: Ohne menschliche Redaktion wird nichts veröffentlicht. Und bei kreativen Formaten wie Reportagen, Porträts oder Interviews bleibt die KI außen vor – echte Zitate, persönliche Eindrücke und journalistisches Gespür lassen sich nicht automatisieren.
Kreative Impulse: Wenn der Kopf mal leer ist, springt die KI ein. Sie bringt neue Ideen, frische Perspektiven oder gibt konstruktives Feedback zu Textentwürfen. Als Sparringspartner ersetzt sie zwar nicht das Team, aber sie ist immer erreichbar – und oft überraschend hilfreich.
Faktencheck und Qualitätssicherung: Wir nutzen KI, nehmen sie aber nicht beim Wort! Jede Antwort wird geprüft, Inhalte ergänzt, Fakten gegengecheckt. Und weil KI keinen Zugang zu exklusivem Wissen hat, geht’s für uns noch tiefer: Wir sprechen mit Menschen vor Ort – Stadtwerke-Teams, Kommunalpolitiker:innen, Wissenschaftler:innen, Engagierten aus Vereinen. Und egal, ob mit oder ohne KI: Jeder Text wird bei uns gegengelesen – von einem Themenexperten, der zum ersten Mal draufschaut (Vier-Augen-Prinzip). Geprüft werden: Namen, Zahlen, Zitate, Fachbegriffe – und die Quellen gleich mit. Passt was nicht, wird nachrecherchiert, korrigiert, ergänzt oder gestrichen. 100 Prozent fehlerfrei geht nie, aber wir geben alles, um nah ranzukommen.
Macht KI jetzt automatisch alles super?
Bequem zurücklehnen und die KI regelt das? Schön wär‘s. Zwar lässt sich ein KI-Tool heute einfach bedienen – Text eintippen oder reinsprechen, fertig. Aber gute Inhalte entstehen nicht auf Knopfdruck. Entscheidend ist der Prompt – also die präzise Anweisung, was die KI liefern soll – sowie der Kontext, also das Wissen, das ich der KI mitgebe (zum Beispiel in Form von vorherigen Beiträgen, Infos zu Zielgruppe, Tonalität oder Textaufbau). Und genau hier beginnt die eigentliche Arbeit.
„KI allein bringt keine Qualität. Erst mit dem Wissen und Know-how ausgebildeter Fachredakteure entstehen wirklich gute Texte.“ (Michael Brüggemann, Textchef Redaktion trurnit)
Nur Textprofis holen aus KI das Beste raus
Denn wer mit KI professionell texten will, braucht mehr als Technikverständnis. Unsere Redakteur:innen bringen mit:
- Verständnis für die individuellen Wünsche der Kunden
- Wissen um aktuelle Themen in der Energiebranche und ihre Relevanz
- Kreativität und frische Impulse
- ein sicheres Gespür für gute Texte – Stil, Struktur, Aussagekraft
- ein klares Bild von Zielgruppe, Tonalität, Format und Story
- die Fähigkeit, KI-Textentwürfe redaktionell zu überarbeiten und mit nicht KI-generierten Recherchen zu verknüpfen
- das Know-how, um Inhalte und Quellen zuverlässig einzuordnen
Kurz: Wir verbinden KI-Power mit journalistischem Handwerk. Denn nur so wird aus mittelmäßigen Vorschlägen am Ende richtig guter Content.
Unterstützung gewünscht?
Gerne sprechen wir mit Ihnen über unsere Erfahrungen beim KI-Einsatz im Marketing beziehungsweise in der Unternehmenskommunikation. Vereinbaren Sie jetzt ein kostenloses Erstgespräch: