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TRURNIT BLOG

Wissenswertes rund um Kommunikation, Energiemarkt, Digitalisierung und Vernetzung.

Neuer Umgang mit Energie: Intelligent verschwenden

Von Timo Leukefeld / / Energiemarkt / Innovation / Klima /
Energieautarkes Haus in Freiberg mit Stromtankstelle

Geht es um die Energiewende, sprechen viele Experten von Energieeffizienz und der Kopplung von Strom, Wärme und Mobilität. Anders als vermutet, schafft dies aber keine teuren Zwänge, sondern mehr Freiheit durch einen völlig neuen Umgang mit Energie.

Im Mittelpunkt vernetzter Systeme steht dabei nicht mehr einschränkendes Sparen, sondern intelligentes Verschwenden. Eine Chance für Verbraucher, Energieversorger, Wohnbaugesellschaften und Banken.

Gebäude verbrauchen am meisten Energie

In Deutschland verbrauchen wir Energie in Form von Wärme, Strom und Mobilität. Die meisten Energiewende-Aktivitäten konzentrieren sich auf den Stromverbrauch. Aber der Wärme-Sektor wird über den Erfolg oder Misserfolg des gesamten Projekts entscheiden. Denn der Stromverbrauch macht nur ein Viertel des Gesamtverbrauchs aus, Wärme dagegen die Hälfte. Lässt sich der Wärmeverbrauch wirklich nur mit teuren Sanierungen, aufwändiger Technik oder Sparen verringern? Die öffentliche Meinung will uns das glauben machen …

Die Alternative: Vernetzte energieautarke Gebäude

Unsere vernetzten energieautarken Gebäude zeigen das Gegenteil. Sie versorgen ihre Bewohner mit Wärme, Strom und Mobilität aus der Sonne. Dabei kommt eine Solarwärmeanlage mit großflächigen Kollektoren und einem Langzeitspeicher zum Einsatz, der im Einfamilienhaus rund 9.000 Liter Wasser fasst. Auf diese Weise können wir die Gebäude auch im Winterhalbjahr noch mit kostenfreier Wärme aus dem Sommer beheizen.

Neigt sich der Energievorrat dem Ende, stellt eine Biomasseheizung die nötige Wärme zur Verfügung. Als wasserführender Kamin sorgt diese nicht nur für angenehme Temperaturen, sondern auch für eine gemütliche Stimmung.

Vernetzte, energieautarke Gebäude holen Wärme, Strom und Energie für E-Mobilität aus der Sonne.

Zusätzlich haben wir eine Solarstromanlage installiert. Diese ist mit einem Speicher ausgestattet und kann den Strom-Eigenbedarf decken. Eine Ladesäule für das Elektroauto sorgt zudem für mehr Unabhängigkeit bei der Mobilität.

Video

Video über das Entstehen von zwei energieautarken Häusern in Freiberg

Erprobte Technik senkt die Kosten

Um Kosten zu senken haben wir die Gebäudehülle und die Anlagentechnik bestmöglich aufeinander abgestimmt. Durch den niedrigen Energiebedarf kann die benötigte Technik somit kleiner und günstiger ausfallen. Wo immer möglich, ersetzen wir unnötige Hochtechnologie durch einfache und erprobte Lösungen. Zum Beispiel erinnert uns eine "Miefampel" daran, das Fenster zu öffnen - die teure Lüftungsautomatik entfällt. Eine passive Erdsonde befördert im Sommer kaltes Wasser durch die Fußbodenheizung und sorgt für angenehme Kühle. Sie funktioniert zuverlässig, der Wartungsaufwand ist gering.

TU-Freiberg bestätigt: Intelligentes Verschwenden ist möglich

Nach dem ersten Musterhaus im Jahre 2011 entstanden 2013 die ersten beiden energieautarken Häuser Deutschlands. Diese stehen im sächsischen Freiberg und werden seitdem zum Wohnen und Arbeiten genutzt. Nach dreijährigen Untersuchungen bestätigt die TU Bergakademie Freiberg nun: Intelligentes Verschwenden ist möglich.

TU Bergakademie Freiberg bestätigt: Intelligentes Verschwenden ist möglich!

So zeigen die Ergebnisse, dass all unsere Simulationen fast punktgenau zutreffen. Und das, obwohl unsere Wohnräume meist 23 Grad Celsius aufweisen, wir das Licht öfter anlassen als sonst und mit dem Elektroauto viele Kilometer fahren. Ohne lästiges Sparen erleben wir täglich Unabhängigkeit, Handlungsfähigkeit, Sicherheit, Altersvorsorge und Selbstbestimmung.

Energieautarkie auch im großen Stil möglich

Energieeffizientes Wohnen ist nicht nur im Einfamilienhaus möglich. Auch im Geschosswohnungsbau oder der Industrie lässt sich das innovative Energiekonzept umsetzen. Auch wenn der Grad der Selbstversorgung nicht bei hundert Prozent liegt, bieten zum Beispiel Mietshäuser mit 70 Prozent Autarkiequote viele Vorteile für Bewohner und Eigentümer: Konstante und niedrige Nebenkosten sorgen für finanzielle Sicherheit und glückliche Mieter, Vermieter profitieren von minimalen Leerständen.

Neue Geschäftsmodelle für Wohnbau, EVU und Banken

Unsere Firma unterstützt nicht nur Interessierte beim Bau energieautarker Gebäude. Wir beraten auch Wohnbaugesellschaften, Energieversorger und Banken dabei, neue Geschäftsmodelle zu finden.

  • Flatrate-Wohnen in energieautarken Mehrfamilienhäusern: Wir haben mit verschiedenen Wohnungsbaugesellschaften eine so genannte Flatrate-Miete entwickelt. Dabei zahlen Mieter eine monatliche Pauschale für die Wohnung samt Wärme, Strom und Mobilität mit dem Elektrofahrrad oder -Auto. Sie profitieren dabei von besonders niedrigen und vor allem über viele Jahre festgelegten Kosten und bekommen selbst mehr Sicherheit und finanzielle Freiheit. Sie bleiben lange im Haus und schließen den Leerstand praktisch aus. Ein enormer Vorteil für Wohnungsbaugesellschaften! Möglich macht die Flatrate-Miete die Eigenversorgung mit Wärme, Strom und Mobilität aus der Sonne. Dadurch sinken die Nebenkosten auf Dauer.
  • Vernetzte energieautarke Gebäude für die Energiewende: Energieversorgern bieten wir die große Speicherkapazität unserer vernetzten Gebäude als Regelleistung an. Dabei speichern sie zum Beispiel Strom ein, wenn das Angebot erneuerbarer Energien im Netz zu hoch ist. Bei Engpässen schaffen die Speicher einen Ausgleich und helfen, auf fossile Energieträger zu verzichten. Das sorgt für einen günstigeren Netzausbau und hohe Anteile regenerativer Energie im gesamten Netz.
  • Energieautarke Gebäude als Altersvorsorge nutzen: In der Zusammenarbeit mit Banken konnten wir das energieautarke Gebäude sogar als Altersvorsorge etablieren. Grund dafür sind vor allem die niedrigen Energiekosten. Denn anders als bei der Beheizung mit Gas oder Öl sind die Kosten über viele Jahre hinweg sehr niedrig. Das schafft eine hohe finanzielle Unabhängigkeit im Alter. Und im Gegensatz zu Einnahmen sind Einsparungen komplett steuerfrei!

Energieautarkes Haus: Mieter bekommen für eine Flatrate die Wohnung samt Wärme, Strom und Mobilität.

Neue Chancen für erneuerbare Energien

Unsere Erfahrungen zeigen, dass die Energiewende alles andere als eine unattraktive Verpflichtung ist. Vor allem vernetzte energieautarke Häuser bieten Chancen für neue Geschäftsmodelle. Letztere sind nötig, um die Herausforderungen der Energiewende für Verbraucher, Wohnbaugesellschaften, Energieversorger und Banken zu meistern.

Der Blog-Autor auf dem Trurnit Forum

Am 31. Mai referiert Timo Leukefeld auf dem Trurnit Forum 2017. Sein Vortrag um 9.45 Uhr: "Intelligentes Verschwenden - Was Digitalisierung für die Energiebranche bedeutet".