Diese Website verwendet Cookies. Indem Sie diese Website benutzen, stimmen Sie der Nutzung von Cookies gemäß unseren Richtlinien zu. Mehr erfahren.X

TRURNIT BLOG

Wissenswertes rund um Kommunikation, Energiemarkt, Digitalisierung und Vernetzung.

Digitalisierung des Energiemarkts: Von großen und von kleinen Würfen

Von Axel Banoth / / Digitalisierung / Energiemarkt /
Über einer Hand schwebt ein Ball mit lauter 0- und 1-Kolonnen

Vorsicht: Wer sich dem Thema Digitalisierung und Energie nähert, kann unversehens einen Schock bekommen! Es wird nämlich schnell deutlich, welch enormes Fass er da aufmacht. Doch das ist nur die halbe Wahrheit.

Denn jenseits aller innigen Erwartungen und freudigen Ankündigungen auf diesem Feld gilt: Digitalisierung beginnt im Kleinen!

Ein Megatrend

Kein Zweifel, das Thema ist heiß! Geben Sie dazu in Google hintereinander die zwei Suchbegriffe Digitalisierung und Energie ein. Nicht mal eine Sekunde später sind rund 170.000 Einträge verfügbar. An vorderster Front äußern sich die einschlägigen Verbände, dann offerieren Unternehmensberater ihre Studien und Dienste. Und dahinter meldet sich die Politik mit ihren Beiträgen zu Wort.

Trifft ein Megatrend auf den schnöden IT-Alltag, ist der Katzenjammer vorprogrammiert!

Enorme Erwartungen

Viel ist von Transformation und von innovativen Geschäftsmodellen die Rede, ja sogar von Disruption. Die Energiewelt werde umkrempelt, das Zusammenspiel von Stromproduktion, -verbrauch und -speicherung intelligenter, heißt es. Es geht um Datahubs, Blockchain, das Internet der Dinge, Microgrids, Big Data, IT-Security, Smart Home und Smart Cities – also um die ganz großen Würfe automatisierter und sich selbst steuernder Datenkommunikation. Kein Wunder, dass viele Beteiligte feuchte Augen bekommen angesichts des zu erwartenden Optimierungs- und Einsparpotenzials in fast allen Prozessen der Energiewirtschaft!

Hoher Energiebedarf

Die andere Seite: Für eine umfassende Digitalisierung braucht es vor allem Rechenzentrumsleistung und Datenspeicher. Beide benötigen viel Energie, was die Umwelt belastet. Die Energiekosten betragen mehr als 50 Prozent der gesamten laufenden Kosten eines Rechenzentrums. Der Energiehunger durch IT im Rahmen der Digitalisierung wird immer stärker steigen. Vor kurzem verwies das Fraunhofer Institut darauf, dass es im gesamten IT-Bereich in der Regel alle ein bis zwei Jahre eine Verdoppelung der Nutzungsintensität von allen Ressourcen gibt. Ohne technologischen Fortschritt, der die Effizienz steigert, würde sich damit der Energieverbrauch durch die Nutzung von Internetanwendung alle ein bis zwei Jahre verdoppeln!

Auch bei der #Digitalisierung gilt: Für große Würfe muss man erst viele kleine üben!

Der Alltag bremst

Dagegen könnte man jetzt so argumentieren: Das lässt sich gegenrechnen, denn mit den Möglichkeiten der Digitalisierung wird auch Energie eingespart. Das aber hat seine Grenzen. Dazu ein kleines Beispiel aus meinem Alltag im Trurnit-Vertrieb: Ich bin sehr viel bei Kunden unterwegs, um neue Ideen und Produkte vorzustellen und zu diskutieren. Wenn ich da bei einem Tagesworkshop einen einstündigen Part übernehme, will ich dafür nicht von München nach Hamburg reisen. Meine IT hat mir dazu eine Webkonferenz mit Sharing-Funktion für Dateien und Präsentationen eingerichtet – eine elegante Lösung! Leider scheiterte bislang jeder zweite Versuch, eine solche Webkonferenz zu installieren. Der Grund: Meine Termine finden überwiegend bei kommunal geprägten Unternehmen statt und dort gibt es oft veraltete Webbrowser, Firewall-Restriktionen und viele andere Hürden mehr.

Auf Umwegen zum Ziel

Wo es nötig ist, behelfen wir uns jetzt so: Leitet ein Kollege vor Ort einen Kundenworkshop und ich übernehme dabei nur einen kurzen Part, dann passiert das über den Laptop des Kollegen und nicht übers Netzwerk des Kunden.

Man sieht, auch bei der Digitalisierung gilt: Für die ganz großen Würfe muss man zunächst viele kleine üben!