Wie Corporate Influencing und die Interne Kommunikation voneinander profitieren | trurnit Blog

Wie Corporate Influencing und die Interne Kommunikation voneinander profitieren

Mann mit Megafon

Corporate Influencer: Ein Buzzword, das immer häufiger fällt. Meiner Meinung nach zu Recht. Das Potenzial, das in dieser neuen Art der Unternehmenskommunikation steckt, ist immens – und das nicht nur für die externe Kommunikation.

In diesem Blogartikel habe ich für Sie ein paar allgemeine Informationen zum Thema Corporate Influencing zusammengefasst. Zudem skizziere ich, wie Ihre interne Kommunikation nicht nur davon profitieren, sondern auch, wie sie den Bereich des Corporate Influencings im Unternehmen vorantreiben kann. Bevor wir uns die Vorteile von Corporate Influencing für die interne Kommunikation etwas genauer ansehen, klären wir zunächst ein paar allgemeine Fragen. Los geht’s!

Was ist überhaupt ein Corporate Influencer?

Corporate Influencer sind Mitarbeiter eines Unternehmens, die eine besondere Art von Markenbotschaftern sind. Sie geben Unternehmen in den sozialen Netzwerken ein Gesicht und helfen bei der Vermarktung erklärungsbedürftiger Produkte. Dabei unterscheiden sie sich vom klassischen Markenbotschafter. Während dieser Unternehmensneuigkeiten eins zu eins teilt und eher als reiner Multiplikator einer Unternehmensbotschaft zu verstehen ist, greift ein Corporate Influencer Unternehmensthemen auf, versieht diese mit einer persönlichen Note und generiert damit einen zusätzlichen Mehrwert.

Eine weitere Abgrenzung gibt es zum B2B-Influencing, bei dem der Fokus nicht auf einem speziellen Unternehmen liegt, sondern vielmehr auf der allgemeinen Branche bzw. dem Fachbereich, in dem entsprechende Personen aktiv sind.

Wer kann Corporate Influencer werden?

Eine Definition per se gibt es nicht, jedoch tauchen vermehrt bestimmte Rollen unter den Corporate Influencern auf. Beispielsweise:

  • CEOGeschäftsführung und Gründerteam
  • Experten in unterschiedlichen Unternehmens- und Fachbereichen
  • Mitarbeitende in der Unternehmenskommunikation bzw. Public Relations

Im Grunde kann aber jede Person im Unternehmen Corporate Influencing betreiben – selbst wenn sie nicht zu den o.g. Kreisen gehört. Viel wichtiger, als die Rolle, sind die Fähigkeiten und die Einstellung, die diese Person mitbringen sollte. Das Allerwichtigste ist die intrinsische Motivation, denn Corporate Influencing lebt von Freiwilligkeit. Zudem sollte die Person eine entsprechende Kompetenz in ihrem Bereich haben und diese versiert und authentisch nach außen transportieren können. Bedeutet: Ein Corporate Influencer sollte in der Lage sein, Botschaften vom typischen Marketingsprech zu lösen und diese mit eigenen Worten umzuformulieren. Nur so gelingt eine authentische und persönliche Kommunikation.

Dabei ist es wichtig, nicht die eierlegende Wollmilchsau zu suchen, die jedes Thema bespielen kann. Es macht durchaus Sinn, sich divers aufzustellen. So kann die Geschäftsführung sich mit visionären Themen beschäftigen, die auf einer höheren Meta-Ebene liegen und eine allgemeine Richtung vorgeben. Experten können sich hingegen tiefergehend mit Themen beschäftigen und einen größeren fachlichen Mehrwert leisten. Achtet also auch auf die Vielfalt im Bereich Corporate Influencing und verteilt dieses Spektrum auf mehrere Schultern.

Eine weit verbreitete Vermutung: Corporate Influencer brauchen ein riesiges Netzwerk. Das stimmt nicht. Wie auch bei anderen Formen von Influencern (sowohl B2B, als auch B2C) zählt vielmehr die Qualität als die Quantität. Es gibt viele Influencer, die in ihrem „kleinen” Netzwerk sehr erfolgreich unterwegs sind, da sie ihre Follower besser erreichen. Man spricht dann vom Micro-Influencing.

Welche allgemeinen Vorteile bringt Corporate Influencing für das Unternehmen?

Die Marketingwelt da draußen ist sehr laut. Im B2C-Bereich gehören Influencerinnen und Influencer schon längst zum Marketingmix. Und das mit Erfolg. Influencing ist das Empfehlungsmarketing 2.0. Wir kaufen von Menschen, denen wir glauben und vertrauen. Auch im B2B kaufen Menschen von Menschen. Durch die persönliche Note, die ein Corporate Influencer einer eigentlichen Unternehmensbotschaft verleiht, entstehen Bindungen. Botschaften werden auf einmal relevanter, da sie von einer bekannten Person geteilt werden. Einer Person, die geschätzt und der geglaubt wird. Corporate Influencing steigert daher also die Aufmerksamkeit der Zielgruppe durch mehr Relevanz und einer auf Vertrauen basierten Kommunikation.

Im B2C gehören Influencer längst zum Marketingmix. Auch im B2B kaufen Menschen von Menschen. #CorporateInfluencing steigert die Aufmerksamkeit der Zielgruppe durch Relevanz und glaubwürdige Kommunikation. #trurnitBlog @trurnitGruppe @coyoapp https://trurn.it/QDke

Ein weiterer Vorteil ist der direkte Austausch mit der Zielgruppe. Anders als bei vielen anderen Marketingaktivitäten entsteht ein Dialog. Unternehmen bekommen direktes und konstruktives Feedback. Richtig weitergeleitet und eingesetzt, kann dieses Feedback den zukünftigen Unternehmenserfolg sichern. Stichwort: Social Listening.

Wie kann ich als Unternehmen Corporate Influencing fördern?

In allererster Linie ist es wichtig, Corporate Influencing als strategischen Baustein zu verstehen. Welche Ziele sollen damit erreicht und welche Botschaften vermittelt werden? Habt ihr diese Fragen beantwortet, macht ihr euch auf die Suche nach den passenden Influencern in eurem Unternehmen.

Was Corporate Influencer dann benötigen, ist Freiraum. Zu viele Vorgaben schaden der Authentizität. Das bezieht sich insbesondere auf die Ausgestaltung der Botschaft – wie sie z.B. aufbereitet oder wann und wo sie kommuniziert wird. Sie befähigen Ihre Corporate Influencer zudem, wenn Sie ihnen …

• … vollstes Vertrauen schenken. Es ist okay, Fehler zu machen und daraus zu lernen.
• … die Zeit dafür einräumen. Corporate Influencing ist Arbeitszeit.
• … das richtige Equipment (z.B. Technik und Tools) zur Verfügung stellen.
• … die Möglichkeit bieten, sich weiterzubilden (u.a. Texten, Fotografieren, Präsentieren)
• … Budget zur Seite stellen, um z.B. Premium-Mitgliedschaften abzuschließen.

Es gibt diverse Möglichkeiten, Ihre (zukünftigen) Corporate Influencerinnen und Influencer zu unterstützen. Fragen Sie einfach, wo sie sie am meisten Hilfe benötigen.

Alle genannten Qualifikationen und Maßnahmen nützen jedoch nichts, wenn Ihr Unternehmen kulturell noch nicht für Corporate Influencing bereit ist. Können Sie Kontrolle abgeben, Freiräume bieten und Ihrem Team vertrauen? Dann steht dem ganzen nichts im Wege. Falls dies nicht möglich ist, sollten Sie diese Initiative noch einmal kritisch hinterfragen.

Was hat das Corporate Influencing mit der internen Kommunikation zu tun?

Sie betreiben Corporate Influencing und haben einen funktionierenden Kanal für Ihre interne Kommunikation? Dann können diese beiden Bereiche nur voneinander profitieren. Anhand einiger Beispiele zeige ich Ihnen konkret auf, wie Sie das Beste aus der Kombination herausholen:

  1. Externe Themen intern aufgreifen: Inhalte, die von Corporate Influencern für die externe Kommunikation erstellt wurden, können auch für die interne Kommunikation spannend sein. Warum also nicht interessante Blogbeiträge oder Social Media Postings mit der Belegschaft teilen? Auch eine (Live-)Berichterstattung von euren Influencern im Social Intranet zu Vorträgen auf Events oder Diskussionen in den sozialen Netzwerken können einen Mehrwert kreieren. Zeitgleich können andere Abteilungen ihre Ideen teilen, so dass Influencer vom gesamten Unternehmen neue Impulse bekommen.
  2. Mit einer Community den Austausch fördern: Es gibt viele wichtige Themen, über die sich Influencer intern abstimmen können und auch sollten. Ich gehe gleich etwas genauer auf diese Themen ein. Dabei ist ein zentraler Ort, der einfach und unkompliziert zu erreichen ist, die Grundlage für einen gelungenen Austausch. Sie haben ein Social Intranet? Perfekt. Gründen Sie eine Community für den Austausch mit Ihrem externen Sprachrohr.
  3. Best Practices teilen: Idealerweise haben Sie mehrere Influencerinnen und Influencer in Ihrem Unternehmen. Umso wichtiger ist die Abstimmung und der Austausch untereinander. Welche Kanäle und Formate funktionieren gut? Welche Themen werden aktuell super heiß diskutiert? Best Practices zu teilen, ist für einen langfristigen Erfolg enorm wichtig. Und Communities eignen sich dafür hervorragend. Spannende Insights können zudem in einem Wiki festgehalten werden, so dass heranwachsende Influencer nicht bei Null anfangen.
  4. Strategien besprechen: Des Weiteren kann eine Community auch dazu genutzt werden, strategische Themen aus der klassischen externen Kommunikation bei den Corporate Influencern zu platzieren und dafür wichtige Dokumente direkt zu hinterlegen. Was sind kommende Produktneuheiten? Welche Unterlagen stehen dafür bereit? Und mit welcher Botschaft soll das Produkt vermarktet werden? Fragen, die geklärt werden sollten. Zeitgleich haben Ihre Influencer die Möglichkeit, sich bei Unklarheiten noch einmal unkompliziert und schnell abzusichern.
  5. Externes Feedback einsammeln: Corporate Influencer stehen im direkten Kontakt zu Ihrem (potenziellen) Kunden – und das idealerweise basierend auf einem guten Vertrauensverhältnis, das zu einem ehrlichen und meist konstruktiven Feedback führt. Nutzen Sie ihre Community auch dafür, dieses Feedback einzusammeln, zu clustern und in die entsprechenden internen Bereiche zu verteilen. So profitiert nicht nur die externe Kommunikation, sondern das gesamte Unternehmen vom Corporate Influencing.

Fazit

Corporate Influencing ist ein spannender Ansatz für die externe Kommunikation. Aber auch die interne Kommunikation kann durch den Austausch stark davon profitieren. Haben Sie schon Corporate Influencerinnen und Influencer in Ihrem Unternehmen – wenn auch nicht zwingend so betitelt? Falls ja, machen Sie sich Gedanken, wie Sie diese Form der Kommunikation intern, z.B. durch Communities unterstützen könnt. Sollten Sie Corporate Influencing noch nicht als Kommunikationskanal nutzen, haben Sie jetzt eine Idee mehr, warum Sie es vielleicht doch tun sollten.

Neben dem sinnvollen Zusammenspiel von Corporate Influencing und der Internen Kommunikation profitieren auch weitere Abteilungen davon. Darunter das Marketing, aber auch Sales sowie Human Resources. Employer Branding lässt grüßen.

Also: Corporate Influencer im Unternehmen richtig eingesetzt sorgen für extreme Mehrwerte und führen zu einer Win-Win-Win-Win-Situation.

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